Freitag, 16. November 2012

Wie nutzen wir unser Studio in der Hosentasche sinnvoll?

Apples Iphone wiegt mittlerweile nur noch zwölf Gramm mehr als eine Tafel Schokolade und ist gerade noch so dick wie ein Schulheft. Trotzdem verbergen sich in dem Telefone Fernsehstudio, Radiostudio und Newsdesk. Aber warum nutzen wir es kaum?
Höchstens sporadisch zeigen Reporter, was das Hosentaschenstudio kann: Wenn Damon Winter für seine Kriegs-Reportage ausgezeichnet wird oder Al Jazeera eine Dokumentation in Syrien dreht.
Studien, wann der Einsatz des Smartphones sinnvoll ist, existieren nicht. Was es gibt, sind Fieldguides oder Erfahrungssammlungen.
Vielleicht liegt das daran, dass Mobile Journalism kein temporäres Phänomen mehr ist, sondern die Zukunft. Weil wir alle, immer und überall vernetzt sind. Das Phänomen ist keines, sondern Realität.
Technikfeindlichkeit ist fehl am Platz. Journalisten sollten sich darüber klar werden, wie sie ihre Hosentaschenstudios sinnvoll einsetzen können, sagt Marcus Bösch. Zum Beispiel wenn es schnell gehen muss. Bei Schnappschüssen, auf Terminen, bei Pressekonferenzen. Immer dann, wenn „good enough“ reicht und gut genug ist.
Dann aber, wenn der Fotograf dabei ist, die Geschichte nicht Termin- sondern Themengetrieben ist und ein exklusiver Beitrag geplant ist, dann darf der Reporter seine schokoladentafelschweres, schulheftdünnes Hosentaschenstudio stecken lassen und auf die richtigen Kameras und Aufnahmegeräte zurückgreifen. 

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